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Der Weltladen in Neuburg feiert ein großes Jubiläum

(ahl) 30 Jahre ist es her, dass der Weltladen in Neuburg öffnete – 30 Jahre ehrenamtliches Engagement für fairen Handel, schonenden Umgang mit der Natur, faire Preise für hochwertige Rohstoffe und Respekt vor Mensch und Natur. Das feiert das Team des Weltladens am Freitag, 28. September.
Geöffnet ist der Weltladen an dem Tag wie üblich, nur dass er erst um 22 statt um 18 Uhr schließt. Edeltraud Steiner, Vorsitzende des Weltladen-Trägervereins Aktion 3. Welt, hofft „so möglichst viele Menschen zu erreichen“. Schließlich gibt es an dem Tag ja mehrere Parallelveranstaltungen. Vielleicht verirrt sich auch so manch einer in den Weltladen, der ihn bislang noch nicht aufgesucht hat. Das Warenangebot lässt sich auf jeden Fall sehen. Neu zum Jubiläum wurden Keramik aus Afrika, darunter auch ein Dampftopf, Gläser und Schalen aus Südafrika und eine kleine Auswahl Bambusgeschirr aus China ins Sortiment aufgenommen. „Chinesische Waren haben oft den Beigeschmack, Ramsch zu sein, aber es gibt auch dort gute Sachen“, sagt Steiner. Zahnputzbecher, Seifenschale und Schalen ist nicht anzusehen, dass sie aus Bambusfasern und Melaminharz hergestellt wurden, sie wirken wie hochwertiges Kunststoffgeschirr. Ein Renner sei das Sonnenglas, erzählt Steiner, das ursprünglich für Südafrika entwickelt wurde und dort in einer Fabrik, die 60 Arbeitsplätze bereitstellt, in Handarbeit hergestellt wird. Tagsüber wird das Glas, das an ein Weckglas erinnert, in die Sonne gestellt und geladen, abends kann dann der Magnetschalter umgelegt werden, sodass das Glas leuchtet – bis zu neun Stunden bei vollem Akku. Naturkosmetik aus Ghana gehört ebenfalls zum Sortiment. Enorm aufgestockt wurde die Auswahl an fröhlich-bunt gestalteten Gruß- oder Glückwunschkarten aus Recycelpapier.
Begonnen hatte die Geschichte des Neuburger Weltladens 1985 mit der Gründung des Arbeitskreises „Aktion 3. Welt“ und einem ersten Verkauf von fair gehandeltem Kaffee und Tee auf dem Neuburger Wochenmarkt. Drei Jahre später wurde der erste Laden im ehemaligen Kiosk des Bund Naturschutz in der Markthalle eröffnet, zwei Jahre später der Trägerverein gegründet. Die Frauen der ersten Stunde waren Bärbel Wiehen, die als Entwicklungshelferin in Brasilien gewesen und bis 1992 erste Vorsitzende des Vereins war, Brunhilde Grabner, Ursula Keller-Croce, Inge Appel und Maria Fischer, die den Verein von 1992 bis 2000 führte. Seitdem hat Edeltraut Steiner den Vorsitz inne.
Anfangs boten die Damen überwiegend Lebensmittel auf der begrenzten Fläche des ehemaligen Kiosks an, später kam auch Kunsthandwerk dazu. „Das wird ebenfalls sehr gut angenommen, der Schwerpunkt liegt aber weiterhin auf Lebensmitteln“, sagt Steiner. Es gibt verschiedene Kaffee- und Teesorten, Schokolade, Trockenfrüchte und Nüsse, Kekse, Gummibärchen, Weine, Säfte, Salatöle, Gewürze, würzige Saucen und diverse vegane Produkte.
Das Jubiläum wird im Rahmen der Fairen Woche unter dem Motto „Gemeinsam für ein gutes Thema“ gefeiert, die vom Dachverband der Weltläden mitorganisiert wird. Am Freitag, 28. September, ist von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Es gibt ein Glücksrad und selbstgemachte Magentratzerl, die teilweise aus Produkten des Weltladens zubereitet wurden. Am Samstag, 29. September, erzählt Märchenerzählerin Carla Teigeler um 9.30 Uhr von der „Idee, die Welt zu fair¬ändern“.
Weltweite Hilfe aus Neuburg
Der Neuburger Trägerverein des Weltladens „Aktion 3. Welt“ hat derzeit 46 Mitglieder, darunter auch die beiden evangelischen Kirchengemeinden, die Apostel- und die Christuskirche sowie 35 aktive Mitarbeiter im Weltladen. Mit dem Erlös unterstützt der Verein verschiedene Projekte, 2017 waren es zehn, die je 500 Euro erhielten, und zwar ein Bildungsprojekt in Tansania, das Kleinkredite an Frauen vergibt, die Gesellschaft für bedrohte Völker, Indienhilfe, Terre des Femmes, Sr. Karolin Mayer für Projekte in Bolivien und Chile, eine Kinderklinik in Honduras, Share for smiles, die Hüter des Regenwaldes in Peru, ein Straßenkinderprojekt in Uganda, Pro Filia, ein Heim für missbrauchte Mädchen und Menschen in Bayern helfen Menschen in Afrika.

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