Die ersehnte Freiheit lässt wohl auf sich warten

Die ersehnte Freiheit lässt wohl auf sich warten

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Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler bleibt weiterhin in Untersuchungshaft – Noch immer keine Haftbeschwerde eingelegt

(ty) Es ist still geworden um den beurlaubten Audi-Chef Rupert Stadler, der seit Wochen in Augsburg-Gablingen in Untersuchungshaft sitzt. Wegen Verdunkelungsgefahr, so der offizielle Grund. Und die besteht laut Staatsanwaltschaft weiterhin. „Es gibt für uns keine Veranlassung für eine Haftverschonung“, so Oberstaatsanwalt Stephan Necknig. Ergänzende Vernehmungen Stadlers seien im Moment nicht geplant.
Rupert Stadler wird unter anderem Betrug vorgeworfen, weil er vor über zwei Jahren bereits Bescheid gewusst haben soll über die Manipulationen an Dieselfahrzeugen von Audi und dennoch zugelassen habe, dass diese Fahrzeuge produziert und verkauft wurden. Die Vorwürfe basieren angeblich auf einer Mail, die bereits bei einer früheren Razzia gefunden worden war und die auch Stadler bekommen haben soll. Stadler selbst bestreitet jede Beteiligung an Manipulationen. Sollte indes der Vorwurf stimmen, Stadler habe in einem von den Behörden abgehörten Telefonat mit einem Porschemanager über die Beurlaubung eines allzu aussagefreudigen Mitarbeiters gesprochen, dann wäre das gerade nach dem Fall mit dem ehemaligen Klinikums-Chefs Heribert Fastenmeier äußert blauäugig. Fastenmeier hatte sich zum Informationsaustausch am Baggersee mit seinem Pressechef getroffen und kam genau deswegen in U-Haft. Verdunkelungsgefahr. Dass Stadler bei den massiven Vorwürfen von den Behörden überwacht wird, das hätte er ahnen können, ahnen müssen. Die Verdachtsmomente gegen Stadler, der seit elf Jahren Audi-Chef ist, hatten sich zuletzt verdichtet. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wird er durch einen Audi-Mitarbeiter, der kürzlich bei der Staatsanwaltschaft als Zeuge ausgesagt hat, und eine beim Unternehmen sichergestellte Mail schwer belastet.
Der aktuelle Vorwurf lautet auf „Betrug und mittelbare Falschbeurkundung“, wobei es „um das Inverkehrbringen von mit manipulativer Abgassteuerungssoftware ausgestatteten Diesel-Kraftfahrzeugen auf dem europäischen Markt“ geht. Rupert Stadler soll die Dieselmanipulationen nicht verhindert haben, auch nachdem er davon wusste.
Die Dauer der Untersuchungshaft ist grundsätzlich offen, nach sechs Monaten muss aber laut Gesetz eine Haftprüfung stattfinden, ob die Gründe für den Freiheitsentzug – also Verdunkelungsgefahr – weiter gelten.
Danach erfolgt dann alle drei Monate eine weitere Haftprüfung. Allerdings könnte die Verteidigung jederzeit Haftbeschwerde einlegen. Das aber ist bisher nicht geschehen.

 

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