Trump

 

Präsident Donald Trump geht Audi an den Kragenaero


Sollten die Schutzzölle auf Importautos in die USA kommen, würde das den Ingolstädter Automobilhersteller Audi empfindlich treffen


(ty) Audi könnte es schmerzlich an den Kragen gehen. Denn gerade in den USA, einem der emporstrebenden Märkte für den Ingolstädter Autobauer, droht neues Ungemach. US-Präsident Donald Trump will nach den Schutzzöllen für Stahl und Aluminium nun auch Schutzzölle für importierte Autos prüfen lassen. Von bis zu 25 Prozent ist die Rede. Das US-Handelsministerium soll nun prüfen, ob die Auto-Einfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohen. „Schlüsselindustrien wie Autos und Autoteile sind entscheidend für die Stärke unserer Nation“, sagt Trump, der die Einführung derartiger Zölle alleine beschließen könnte. Und Handelsminister Wilbur Ross meinte bereits vor Beginn der „Prüfung“, dass es Anzeichen gebe, dass die Einfuhren die heimische Autoindustrie jahrzehntelang ausgehöhlt hätten. Gerade für die deutschen Autohersteller würde die Einführung derartiger Zölle einen enormen Kostendruck bedeuten, da europäische Hersteller nur etwa 30 Prozent ihrer in den USA verkauften Fahrzeuge auch dort produzieren. 70 Prozent unterlägen demnach den Schutzzöllen. Im Gegensatz zu den Asiaten, bei denen etwa 70 Prozent in den USA auch gefertigt werden.
Nordamerika ist nach China der zweitgrößte Exportmarkt für Audi. Kämen tatsächlich die Einfuhrzölle, wäre die Entscheidung, die Audi-Fertigung in Puebla/Mexiko zu bauen, posthum sozusagen falsch gewesen. Denn auch und gerade Mexiko soll den neuen Zöllen unterliegen. Und der dort gefertigte Audi Q5 ist ein in den USA überaus beliebtes Modell.
Beim Mutterkonzert VW gibt man sich noch gelassen und hofft, dass am Ende des Tages die Vernunft siegen werde. Über die Auswirkungen, die derartige Zölle auf VW hätten, will man noch nicht spekulieren. Eines aber scheint klar. An die Endverbraucher lassen sich die Mehrkosten nicht weiterreichen.
Auf dem US-Markt verzeichnete Audi im April ein Plus von 2,1 Prozent auf 19 104 Fahrzeuge. Dabei setzten wie in vielen weiteren Märkten vor allem der Audi Q5 sowie die A5-Familie positive Impulse. Das SUV ist das absatzstärkste Modell von Audi in den USA. Von ihm lieferte Audi of America seit Jahresbeginn mit 19 305 Einheiten 18,1 Prozent mehr aus als im Vergleichszeitraum.
Seit Jahresbeginn gingen 69 156 Einheiten (Stand Anfang Mai) an Käufer in den Vereinigten Staaten, ein Zuwachs von 7,5 Prozent. In Nordamerika erhöhte sich der Absatz im selben Zeitraum um 8,3 Prozent auf rund 85 650 Automobile.
Dass etwas passieren wird mit den Zöllen, scheint ausgemacht. Zumal die Zölle für europäische Autos in die USA derzeit bei drei Prozent liegen, der Zoll auf amerikanische Autos, die nach Europa geliefert werden, dagegen bei zehn Prozent.
Die USA haben im vergangenen Jahr rund 8,3 Millionen Autos importiert, was einem Wert von 192 Milliarden Dollar entspricht. Davon kamen 2,4 Millionen aus Mexiko, 1,8 Millionen aus Kanada, 1,7 Millionen aus Japan und 500 000 aus Deutschland. Zugleich aber exportierten die USA lediglich zwei Millionen Autos. Was mit 57 Millionen Dollar zu Buche schlägt.

 

 

 

 button

tip Senioren heute