Die Stadt der schmutzigen Händehand


Ingolstadt ist auf dem besten Weg, zur Hauptstadt der Skandale und Skandälchen zu werden


Von Michael Schmatloch

Ein Bestechungs- und Betrugsskandal, der das Klinikum Ingolstadt nachhaltig erschüttert und massiv in seinem Ruf beschädigt hat, eine Razzia nach der anderen bei Audi, um den Verantwortlichen für die Abgas-Affäre auf die Spur zu kommen, Geheimnisverrat im Krankenhauszweckverband, ein Alt-OB im Fadenkreuz der Staatsanwälte, ein Maulwurf im IFG-Verwaltungsrat und jetzt auch noch eine in der Geschichte der katholischen Kirche beinahe beispiellose Finanzaffäre im Bistum Eichstätt. Mehr und mehr mausert sich Ingolstadt zur Stadt der schmutzigen Hände, sorgt bundesweit für nicht eben positive Schlagzeilen und konfrontiert die Öffentlichkeit beinahe im Stundentakt mit neuen Skandalen.
Aus dem „Vorhof zum Paradies“, wie der scheidende Ministerpräsident Horst Seehofer Bayern einmal bezeichnet hat, ist längst ein Eldorado der Gierigen geworden, ein Land, in dem eine Hand die andere wäscht und dennoch viele schmutzig bleiben. Und gäbe es auch für derartige Fälle ein bundesweites Ranking, Ingolstadt würde derzeit sicher den Spitzenplatz einnehmen.
Das Fatale dabei ist, dass all die Skandale und Skandälchen uns noch lange begleiten werden. Auch wenn sich der Hauptangeklagte in der Klinikums-Affäre in seiner Zelle das Leben genommen hat, was eine lückenlose Aufarbeitung selbstredend erschwert, selbst wenn bei Audi im Grunde nur Bauernopfer den Diesel-Skandal auszubaden haben und es auffallend ruhig ist im Fall von Alt-OB Alfred Lehmann. Dass wie unter jedem Eisberg noch jede Menge Unsichtbares lauert, das lässt sich im Falle Ingolstadt erahnen.
Doch wo bleibt die permanent und lauthals geforderte Transparenz, wo der Wille zur absoluten Aufklärung, den in Ingolstadt zuvorderst die Opposition im Stadtrat mit nahezu endlosen Fragekatalogen immer wieder eingefordert hat. Was sie interessanterweise nicht unbedingt tut, wenn es um die eigene Partei geht. Wie der Fall Bechstädt belegt, der sich nach dem ihm zur Last gelegten Geheimnisverrat aus vertraulichen Sitzungen des Krankenhauszweckverbandes mit einem Rücktritt aus dem Gremium sozusagen genau jener Transparenz entziehen möchte

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

 

 

 

 

                                                                                                                                                                       

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