Die dunkle Seite der Macht

klinikum

 

Was man Heribert Fastenmeier so alles vorgeworfen hat – Sondersitzung zur Klinikums-Affäre

Von Michael Schmatloch

Wie verurteilt, wie beurteilt man einen Mann, der nicht mehr lebt? Der eine Anklageschrift an der Backe hatte, die sich gewaschen hat

, die indes nie mehr von einem Gericht gewürdigt und beurteilt werden wird, weil der Angeklagte sich durch seinen Freitod in der Untersuchungshaft genau dem entzo

gen hat.
Die Rede ist von Heribert Fastenmeier, dem ehemaligen erfolgreichen Geschäftsführer des Ingolstädter Klinikums. Die ihm zur Last gelegten Verfehlungen, die von Untreue, Vorteilsnahme bis zur Bestechlichkeit reichen, die Vorwürfe, ein Klima der Angst im Klinikum verbreitet zu haben, all das wird

nie mehr juristisch

bewertet werden. In einer Sondersitzung haben die Anwälte Markus Steinmetz und Fritz Kroll dem Stadtrat einen Einblick verschafft in die Details jener Klinikums-Affäre, die alles bislang Dagewesene übersteigt, die das Klinikum in ein überaus schiefes Licht gerückt hat und deren Aufklärung an der Unschuldsvermutung scheitert, die für den Angeklagten auch nach dessen Tod gilt. Was bleibt, das sind Forderungen in Millionenhöhe an Fastenmeier beziehungsweise dessen Erben. Und die Hoffnung, dass durch die deswegen zu erwartenden zivilrechtlichen Prozesse und die gegen die weiteren 15 Angeklagten in dieser Affäre doch noch ein klein wenig Licht kommt in den Skandal, der, wie es einer der Anwälte formulierte, eigentlich eine „Causa Fastenmeier“ ist und keine Klinikums-Affäre. Ob die neuerlich von der Bürgergemeinschaft angekündigten weitergehenden Fragen an den Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Lösel mehr Licht ins Dunkel bringen, scheint eher zweifelhaft. Und auch die vom SPD-Fraktionschef der SPD, Achim Werner, formulierte Erkenntnis, mit der Vorstellung der Anklagepunkte im Stadtrat nur eine Seite gehört zu haben, ist zwar richtig, aber ebenso wenig ein Argument dafür, die juristisch nicht mehr stattfindende Aufarbeitung des Falles nun in den Stadtrat zu verlagern.
Fernab jeder falsch verstandenen Pietät wurden die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft nun also dem Stadtrat detailliert serviert. Und sie wiegen schwer, diese Vorwürfe, die ein Bild zeichnen von einem Mann, der nicht nur ein hervorragender Krankenhausmanager war, sondern offenbar auch das Management der eigenen Finanzen und das „nahestehender Personen“ perfekt auszuüben verstand. Rund 2,3 Millionen Euro erwartet das Klinikum alleine aus den strafrechtlich relevanten Vorgängen.
Und weitere zivilrechtliche Ansprüche treiben diese Summe noch einmal deutlich nach oben.

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